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Informationen über Heilkräuter und Heilpflanzen

Echtes Eisenkraut - Verbena officinalis *

Allgemeines zum Eisenkraut

Eisenkraut Blüten
Eisenkraut mit Blüten

Verbena officinalis, wie das Echte Eisenkraut mit wissenschaftlichem Namen heißt, war einst eines der wichtigsten Heilkräuter. Von den keltischen Druiden wurde Eisenkraut als heilige Pflanze angesehen, und in der gesamten magischen Welt wurden ihm immer wieder verschiedenste mythische Bedeutungen und Wirkungen zugeschrieben. Eine Weisheit aus dem 16. Jahrhundert besagt: "Mit Eisenkraut und Dill, bricht der Hexen Will'". Es wurde zum Reinigen der Tempel benutzt und war auch eine beliebte Grabbeigabe zum Schutz der Verstorbenen. Druidenkraut, Sagenkraut, Wunschkraut, Merkurblut oder Katzenblutkraut sind nur einige der fantasievollen volkstümlichen Bezeichnungen für Verbena officinalis.


Vorkommen und Verbreitung des Eisenkraut

Die Heimat dieser alten Heilpflanze wird in Afrika und rund ums Mittelmeer vermutet. Funde in Höhlen und urzeitlichen Behausungen weisen allerdings darauf hin, dass sie bereits in der Steinzeit auch in unseren Regionen bekannt war und medizinisch verwendet wurde. Heute ist das Eisenkraut praktisch weltweit als Wildpflanze zu finden. Das bescheidene Kraut wächst auch in vielen Gärten als hübsche Zierpflanze und wird hier vor allem als Bienenstaude geschätzt.


Aussehen und Merkmale des Eisenkrauts

Echtes Eisenkraut wächst als kleiner Strauch bis zu 50-80 cm Höhe. Die Stängel sind kantig und sehr hart, was ihm wohl seinen Namen verliehen hat. Die sehr kleinen, hellrosa bis hellvioletten Blüten wachsen in Dolden. Die Blätter haben tiefe Einschnitte. Verbena officinalis ist ein- bis mehrjährig und wächst an Wegrändern, auf Schutt und an Mauern oder auf trockenen Weiden und Waldlichtungen. Es hat keine besonderen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit, mag eher nährstoffarme Böden und liebt die Sonne. Allerdings braucht es an heißen Tagen ausreichend Wasser.

Wichtig ist: Das Echte Eisenkraut ist nicht zu verwechseln mit der südamerikanischen Verbena triphylla oder Aloysia citrodora, der Zitronenverbene. Sie wird oft als "duftendes Eisenkraut" angeboten, weil sie leicht nach Zitrone duftet und schmeckt, während der Geschmack des Eisenkrauts eher bitter ist. Verbena triphylla besitzt nicht die gleichen medizinischen Wirkungen wie Verbena officinalis.


Anbau und Ernte

Der Anbau von Eisenkraut erfolgt per Aussaat ab Ende April bis in den Juni hinein. Die recht anspruchslose Pflanze nimmt nicht viel Platz in Anspruch, benötigt wenig Pflege und ist relativ widerstandsfähig gegenüber Schädlingen. In tiefen Töpfen- wegen der tief reichenden Wurzeln - ist auch eine Kultivierung in Balkonkästen oder Töpfen möglich. Ein sonniger Standort liegt dem Eisenkraut besonders. Der Boden sollte allerdings nicht längere Zeit komplett austrocknen. Die Blütezeit beginnt Mitte Juni und geht bis Anfang Oktober. In diesem Zeitraum liegt auch die Erntezeit, denn die Konzentration der Wirkstoffe ist während der Blüte am höchsten.

Inhaltsstoffe und Wirkung von Eisenkraut

Als Wildkraut synthetisiert das Eisenkraut eine Reihe ganz besonderer Biostoffe, die auch dem Menschen zu Gute kommen können. Es ist reich an Glykosiden, die als besonders wirksame Heilsubstanzen gelten, unter anderem Verbenalin. Das ist gut bei Magen-Darm-Beschwerden und wirkt entzündungshemmend und schleimlösend. Die ätherischen Öle wirken unter anderem desinfizierend, Gerbstoffe keimhemmend und blutstillend. Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind im Wesentlichen Bitterstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe, lösliche Kieselsäure und Alkaloide (Betäubungsgifte). Neben den bereits genannten Eigenschaften schreibt man der Heilpflanze deshalb auch zu, dass sie schmerzstillend wirken kann, außerdem adstringierend, harntreibend, krampflösend, schweißtreibend, anregend und nervenberuhigend.


Anwendung des Eisenkrauts

Wen wundert es, dass bei diesen zahlreichen Wirkungen die Palette der Anwendungen von A wie Appetitlosigkeit bis Z wie Zyklusunregelmäßigkeiten bei Frauen reicht? Die Hauptanwendungen liegen allerdings bei den Verdauungsstörungen (auch Krämpfe, Sodbrennen und Gallen- oder Leberbeschwerden) und bei Atemwegserkrankungen (Schnupfen, Husten, Bronchitis, Halsschmerzen, Mandelentzündung, Erkältungsfieber). Eisenkraut gilt auch als gutes "Frauenkraut", das bei Menstruations- oder Wechseljahresbeschwerden helfen soll, außerdem milchbildend bei Stillenden. Es wird in der alternativen Medizin eingesetzt bei Rheuma und Gicht, bei Blasen- und Nierensteinen, bei Migräne, Schlafstörungen und Stress. Äußerlich sollen schlecht heilende Wunden, Schnitt- und Brandwunden sowie Geschwüre und Ekzeme damit gut behandelbar sein. Die Homöopathie verwendet Verbena officinalis bei Hautleiden und Blutergüssen und bei zerebralen Anfallsleiden.


Verarbeitung bzw. Darreichungsformen von Eisenkraut

Hauptsächlich wird Eisenkraut als Tee verwendet, oft gemischt mit anderen Heilkräutern. Dafür wird das gesamte oberirdische Kraut während der Blütezeit geerntet, schonend getrocknet und zerkleinert. Auch das frische Kraut kann als Tee aufgegossen werden. Teezubereitungen werden auch als Gurgellösung oder in höherer Konzentration als Umschlag zur Wundbehandlung verwendet. Inzwischen gibt es außerdem Fertigpräparate wie Dragees, Tropfen oder Liquidtabs. Die Homöopathie verwendet klassischerweise Globuli.


Warnhinweise und mögliche Nebenwirkungen von Eisenkraut

Zwar sind keine Neben- und Wechselwirkungen bei sachgerechter Verwendung von Eisenkraut bekannt. Allerdings sollten Schwangere wegen möglicher Wehen fördernder Wirkungen sowie Kinder unter 12 Jahren nur unter ärztlicher Beobachtung Eisenkraut verwenden bzw. darauf verzichten. Da Verbenalin in hohen Dosen giftig wirkt, sollte Tee nicht zu stark und in großen Mengen genossen werden. Es kann dann zu Übelkeit und Erbrechen kommen.


* Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gemachten Informationen wird keine Gewähr übernommen. Die hier vorgestellten Informationen stellen keine Form der Beratung dar. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.

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