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Anis - Pimpinella anisum bzw. Fructus anisi *

Allgemeines

Lautet die botanische Bezeichnung der Anis-Pflanze Pimpinella anisum so heißt der Anis in der Pharmakologie Fructus anisi. Volkstümlich ist die Pflanze auch als Brotsamen, Enis, oder Jenes bekannt. Anis enthält zwei bis drei Prozent ätherische Öle sowie Calcium, Eisen und Magnesium. Verwendet wird neben den reifen und getrockneten Früchten auch das aus allen oberirdischen Pflanzenteilen gewonnene ätherische Öl. Dieses wird meist zu medizinischen oder kosmetischen Produkten weiterverarbeitet. Die ganzen bzw. gemahlenen Samenkörner sowie das gewonnene Öl zeichnen sich durch ein charakteristisches süßlich-fenchelartiges Aroma aus.


Nachweislich verwendet wurde Anis bereits um 1500 vor Christus. Funde in einem Pharaonengrab belegen dies. Auch im alten Rom und im antiken Griechenland wurde Anis bereits zum Würzen von Brot und Kuchen verwendet. Pythagoras und Hippokrates empfahlen Anis nicht nur zur Verbesserung des Atems sondern auch als Tonikum für jugendliches Aussehen. Nach Europa kam der Anis um 800 nach Christus. Benediktinermönche waren es, die die duftenden Samen in unseren Breiten heimisch machten. Anis wurde seinerzeit sehr teuer gehandelt und galt im Mittelalter auch als potenzfördernd.


Vorkommen bzw. Anbau von Anis

Anis wird vor allem im Mittelmeerraum angebaut. Anbauflächen finden sich aber auch in Frankreich, im vorderen Orient und in Indien sowie im südlichen Russland und in Mexiko. Den besten Anis zu liefern, nimmt die Region Apulien in Italien für sich in Anspruch. Kleine Flächen finden sich selbst in Deutschland. Da Anis allerdings recht preiswert zu importieren ist, hat sich der Anbau in heimischen Breiten als weitestgehend unökonomisch erwiesen. Der mitteleuropäische Anis erlangt nur in sehr heißen Sommern optimale Erntereife.


Aussehen und Merkmale von Anis

Anis bildet eine fleischige, spindelförmige, bis zu 60 cm lange Wurzel aus. Der Stängel der Pflanze steht aufrecht und weist entlang der Sprossachse Längsrillen auf. Die ca. 30 bis 70 cm hohe Pflanze bringt ungeteilte, an den Rändern gesägte Blätter hervor.
Zur Blütezeit, von Juli bis August, zeigen sich an den Spitzen der 5 cm großen Dolden kleine, weiße Blüten. Daraus entwickeln sich die Früchte der Anis-Pflanze. Diese bestehen im Wesentlichen nur aus den gerippten, 4 bis 5 mm langen und 2 mm breiten Samenkörnern.

Ernte und Verarbeitung

Geerntet wird Anis, wenn sich im Frühherbst die Dolden verfärben. Diese werden abgeschnitten und so zum Trocknen aufgehängt oder ausgelegt, dass die herausfallenden Samen sich in darunter gespannten Tüchern oder eigens dafür aufgestellten Behältern sammeln.

Bei der professionellen Ernte werden die Dolden gedroschen. Ein Teil der geernteten Samen wird zur weiteren Aussaat verwendet. Der restliche Teil wird lauwarm gewaschen, getrocknet, von anhaftenden Pflanzenteilen befreit und später weiterverarbeitet.

Gemahlener Anis verliert schnell an Aroma. Günstiger ist es, ganze Samen zu lagern und kleinere Mengen nur bei Bedarf zu mahlen. Gelagert werden ganze Anis-Samen dunkel, trocken und unter Luftabschluss. Färben sich die Samen während der Lagerung dunkel, so sind sie verdorben und somit unbrauchbar.


Verwendung, Wirkung & Warnhinweise

Als Bestandteil von Tees soll gestoßener Anis krampf- und schleimlösend wirken. Zur äußerlichen Anwendung findet sich Anis in Mundwassern und Zahncremes sowie in Dampfbädern und Badezusätzen.

Auch für die Herstellung von aromatischen Nahrungs- und Genussmitteln wird Anis verwendet. Zum einen ist Anis Bestandteil der Weihnachtsbäckerei zum anderen findet er sich aromagebend in mediterranen Spirituosen wie Raki oder Ouzo.
Da auch Blüten, Stängel und Wurzeln der Pflanze essbar sind, können sie als Gemüse in Suppen mitgekocht werden.

Anis wirkt krampflösend, schleimlösend, appetitanregend und antibakteriell. Verantwortlich für diese Eigenschaften ist der im Anis enthaltene Wirkstoff Anethol.
Reines Anisöl darf auf keinen Fall unverdünnt genossen werden. Gelegentlich werden nach der Einnahme von Anis-Präparaten allergische Reaktionen der Atemwege, der Haut oder des Verdauungstraktes beobachtet.


* Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gemachten Informationen wird keine Gewähr übernommen. Die hier vorgestellten Informationen stellen keine Form der Beratung dar. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.

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