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Informationen über Heilkräuter und Heilpflanzen

Mistel - Viscum album *

Allgemeines

Misteltriebe
Misteltriebe

Die Mistel (Viscum album) ist ein Halbschmarotzer aus der Familie der Sandelholzgewächse. Als Wirt dienen ihr verschiedene Bäume, beispielsweise Linden oder Pappeln, aber auch Obstbäume aller Art. Misteln sind immergrün. Am besten werden sie im Winterhalbjahr sichtbar, wenn die Wirtsbäume ihre Blätter abwerfen und der kugelige Mistelbusch sich ungeschützt in den kahlen Baumkronen zeigt. Im Volksmund wird die Mistel daher unter anderem auch Wintergrün, Wintersamen oder Immergrün genannt. Darüber hinaus ist die Heilpflanze ebenfalls als Bocksfutter, Hexenbesen, Hexennest, Klüster, Vogelmistel oder Nistel bekannt.

Neben ihrer Verwendung als Heilpflanze wurde das auffällige Gewächs in früheren Zeiten häufig als Glückssymbol verwandt. So hängte man Misteln gern an Haustüren, um Haus und Hof vor Schaden zu bewahren. Empfohlen wurden Mistelzweige überdies in Liebesdingen. Das Küssen unter dem Mistelzweig beispielsweise sollte jungen Liebespaaren dauerhaftes Eheglück bescheren. In England ist der Mistelzweig speziell zur Weihnachtszeit auch heute noch eine typische saisonale Dekoration.


Vorkommen und Verbreitung

Mistelgewächse bilden eine Familie von insgesamt circa 1.300 verschiedenen Arten, die von Europa bis nach Westafrika und sogar in Asien zu finden sind. In unseren Breiten kommen nur vier verschiedene Mistel-Arten vor. Dazu zählt Viscum album, die Weißbeerige Mistel, die als einzige Gattung arzneilich angewendet wird.

Mistel an einem Obstbaum
Mistel an einem Obstbaum

Aussehen und Merkmale

Alle Misteln sind sogenannte Aufsitzerpflanzen. Sie wurzeln nicht im Boden, sondern auf Stämmen oder Ästen anderer, höherer Pflanzen. Hier wachsen sie zu kugelförmigen Büschen heran und können einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen. Mistelbüsche bestehen aus stark verästelten Zweigen, an deren Enden paarig gegenüberstehende Blätter von ledriger Oberfläche und länglicher Form zu finden sind. Wurzeln besitzen Misteln nicht. Stattdessen bilden sie einen Anker beziehungsweise Senker aus, der sich in die Versorgungsbahnen seiner Wirtspflanze bohrt.

Von März bis April zeigt die Mistel unscheinbare, hellgelbe Blüten, die dicht an dicht an den Mistelzweigen wachsen. Aus diesen Blüten entwickeln sich bis zum Dezember weiße Mistelbeeren, die bereits fertige Mistel-Embryonen enthalten. Da diese für ihre Entwicklung Licht benötigen, ist die Schale der Beeren transparent. Werden die Beeren von Vögeln gefressen, sorgen Reste des klebrigen Fruchtfleisches dafür, dass die unverdaulichen Embryonen gut an Stamm und Ästen haften und sich ein neuer Mistelstrauch entwickeln kann.


Inhaltsstoffe & Wirkung

Misteln enthalten unter anderem Alkaloid, Histamin, Bitterstoffe, Saponine, Schleim, Harz, Viscalbin, Viscin, Viscotoxin, Xanthophyll und Zink.

Mistelextrakte werden zur Behandlung von Krämpfen, Schwindelgefühlen und Husten verwendet. Aber auch bei Bluthochdruck, Arteriosklerose, Asthma und Gelenkerkrankungen können Mistelpräparate helfen. Zudem ist die Mistel in der Krebsbehandlung von Bedeutung, wo sie als Ergänzungstherapie oder Rückfallprophylaxe angewendet wird.

Verarbeitung & Verwendung

Mistel kann zu Presssaft, Salbe, Tinkturen und Tee verarbeitet werden. Presssaft und Tinkturen werden aus frischen Blättern oder Stängeln hergestellt. Beides ist in Form von Fertigpräparaten in der Apotheke erhältlich. Gleiches gilt für Mistelsalbe, die aus den Beeren der Pflanze gewonnen wird.

Eine Besonderheit stellt selbst aus Pflanzenteilen hergestellter Misteltee dar. Er darf nur mit kaltem Wasser angesetzt werden. Grund hierfür ist das in der Mistel enthaltene, giftige Viscotoxin. Sein Gehalt bleibt niedrig, wenn der Tee ohne Erhitzung zubereitet wird und lediglich kalt einige Stunden zieht.


Anbau & Ernte

Misteln bevorzugen geschützte Standorte mit milden Wintertemperaturen. Ist so ein Standort gefunden, bildet die Mistel im Laufe der Zeit gern größere Bestände aus. Diese können sich auf einen Wirtsbaum beschränken oder auf benachbarte Bäume übergreifen. Oft sind es kultivierte oder gezüchtete Bäume, die von Misteln besiedelt werden. Nimmt die Verbreitung der Mistel in solchen Baumbeständen überhand, wird die Mistel auch gezielt bekämpft.

Für medizinische und therapeutische Zwecke verwendete Pflanzenteile sind Blätter und Zweige. Wer Misteln sammeln bzw. ernten möchte, kann dies von Oktober bis Dezember und von März bis April tun.


Warnhinweise

Die Beeren der Pflanze enthalten giftige Stoffe. Der Verzehr kann zu Durchfall und leichten Vergiftungserscheinungen führen. Selbst hergestellter Misteltee sollte nur kurzzeitig angewendet werden. Längere Einnahme kann zu entzündlichen Lebererkrankungen führen.


* Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gemachten Informationen wird keine Gewähr übernommen. Die hier vorgestellten Informationen stellen keine Form der Beratung dar. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.

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