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Chili - Capsicum (Peperoni, Peperoncini) *

Allgemeines

Fruchtstand einer Chili-Pflanze
Fruchtstand einer Chili-Pflanze

Chili bzw. Peperoni anderer Name für die Pflanzengattung Paprika (Capsicum) und ist Mitglied in der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Umgangssprachlich werden aber nur die scharfen Vertreter des Capsicums als Chili bzw. Peperoni bezeichnet. In unserer Küche und in unseren Gärten finden sich zumeist Vertreter der Art Capsicum annuum.


Zu dieser Großfamilie gehören auch Kartoffeln und Tomaten, aber auch giftige Vertreter wie die Tollkirsche. Als Urform der Chili gilt eine sehr scharfe Vertreterin, die Bird-Eye oder Tepin. Alle heute bekannten Varietäten, von denen es mittlerweile unzählige gibt, stammen von dieser recht kleinen Frucht ab.


Vorkommen und Verbreitung

Schon vor Jahrtausenden wurden Chilis in Mittel- und Südamerika angebaut und nicht nur als gesundes Lebensmittel und Gewürz, sondern auch als Heilmittel eingesetzt. Schon die Maya wussten um die heilenden Wirkungen. Wildformen der Chili findet man noch häufig Mexiko, Südbrasilien, Bolivien oder Texas. Kolumbus wird dafür verantwortlich gemacht, dass die die Peperoni ihren Weg von Mittelamerika nach Europa fand. Heute ist sie weit verbreitet und kann auch hier relativ problemlos kultiviert werden.

Capsicum mit Früchten und Blüte
Capsicum mit Früchten und Blüte

Aussehen und Merkmale von Chilis

Capsicum ist eine zumeist mehrjährige Pflanze, die zahlreiche Verzweigungen und Nebentriebe ausbildet. Sie hat glänzende, spitz zulaufende Blätter. In den Blattachsen wachsen im Sommer die unscheinbaren Blüten, aus denen sich die meist zunächst grünen, in reifem Zustand roten Früchte entwickeln. Manche Sorten gehen farblich von Violett über Gelb zu Rot. Auch die Form der Chilischoten kann variieren. Die Früchte sind übrigens nicht wirklich Schoten, wie man sie etwa von Hülsenfrüchten kennt, sondern botanisch gesehen Trockenbeeren.


Anbau und Ernte

Chili liebt es warm, und zwar bereits bei der Aussaat. Später mag die Pflanze einen hellen und warmen Standort, sie muss im Winter vor Kälte geschützt werden. Die ansonsten robusten Pflanzen tragen im Herbst ihre Früchte, oft bis in den Winter hinein. Die Reifezeit kann bis zu 120 Tage zwischen Schotenbildung und Fruchtreife betragen. Die reifen Schoten werden einfach mit einem Messer oder einer Schere in der Stielmitte abgeschnitten, ohne die Schale zu verletzen. Je länger die Schoten an der Pflanze verbleiben, desto schärfer werden sie.

Inhaltsstoffe von Capsicum

Capsaicin ist das Zauberwort, wenn es um die gesundheitliche Wirkung der Chili geht. Es gehört zu den schärfsten bekannten Substanzen und zählt zur Gruppe der Alkaloide (natürliche Pflanzenstoffe mit oft pharmakologischer Wirkung). Viele wissenschaftliche Studien haben sich mit diesem besonderen Scharfstoff beschäftigt und nachgewiesen, dass er starke antioxidative Wirkungen besitzt. Zusätzlich machen reichlich Vitamin C, Vitamin B6, Vitamin A und die Mineralstoffe Magnesium, Eisen, Kupfer, Kalium und Mangan aus der Peperoni ein wahres Vitalstoffpaket.


Wirkungen und Heilanzeigen

Durch diese fantastische Kombination wertvoller Inhaltsstoffe werden der Chili verschiedenste medizinisch interessante Wirkungen zugeschrieben, etwa entzündungshemmend, immunstärkend, schmerzlindernd, appetitzügelnd, wurmtreibend, durchblutungsfördernd und anregend. Viele dieser Gesundheitseffekte wurden durch Studien inzwischen wissenschaftlich bestätigt. Anerkannt sind beispielsweise die schmerzlindernden und abschwellenden Effekte des Scharfstoffes Capsaicin. Das wird äußerlich bei Gelenkproblemen, Muskel-, Arthrose- oder Rheumaschmerzen genutzt. Innerlich werden Kapseln mit dem Wirkstoff bei Verdauungsbeschwerden mit Blähungen, Völlegefühl oder Magenträgheit verabreicht.

Längliche Chili-Schoten
Längliche Chili-Schoten

Weitere Studien (Chinese University of Hong Kong) - allerdings bisher nur an Tieren - weisen darauf hin, dass auch das Herz von den Vitalstoffen der Chili profitiert: Die Cholesterinwerte sinken und der Blutfluss zu den Organen wird verbessert. Daher verstopfen die Arterien weniger, Herzinfarkt und Schlaganfall können verhindert werden. Auch die Blutfett- und Blutzuckerwerte scheinen sich durch regelmäßigen Chiligenuss zu stabilisieren. Die Schärfe treibt durch Wärmebildung außerdem den Stoffwechsel an, was zu zusätzlicher Kalorienverbrennung anregt. Da zugleich der Sättigungseffekt erhöht wird, gilt Chili auch als Schlankmacher. In heißen Regionen wird die durch Chili einsetzende Schweißbildung auch zur Kühlung über die Verdunstungskälte genutzt.
Traditionell findet Chili seit Langem Verwendung in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und in der Ayurvedischen Heilkunst.


Verarbeitung und Verwendung

Capsicum, vor allem der Wirkstoff Capsaicin, wird in verschiedenen Salben und Pflastern, als Chili-Öl oder -Tinktur zur äußeren Verwendung genutzt. Dafür wird entweder das Pulver der getrockneten Schoten oder Auszüge aus den Früchten weiter verarbeitet. Innerlich ist die Einnahme in Kapselform gängig, aber tropfenweise kann auch die Tinktur eingenommen werden.

Am weitesten verbreitet ist vermutlich die Verwendung der vielen Chiliarten in der Küche: Ob als gemahlenes Cayennepulver, als Chili-Öl für asiatische Gerichte, als dickfleischige Jalapeño oder superscharfe Habanero - weltweit gibt die Chili den Speisen ihre typische Würze. Der Schärfegrad wird dabei übrigens auf einer Skala von 0 (Gemüsepaprika) bis 10 (Habanero) oder in Scoville-Einheiten gemessen. Der Scoville-Wert einer Chili gibt an, um das wie vielfache eine Probe mit Wasser verdünnt werden muss, bis keine Schärfe mehr spürbar ist. Die Scoville-Skala reicht von 0 (kein Capsaicin in der Frucht) bis etwa 16.000.000 - dem Schärfegrad von reinem Capsaicin. Somit müsste man einen Milliliter des reinen Scharfmachers mit 15.000 Liter Wasser verdünnen, um keine Schärfe mehr auf der Zunge fest zu stellen.

Das individuelle Empfinden für die Schärfe ist dabei allerdings recht unterschiedlich. Wer sein Essen regelmäßig mit Chili würzt oder die Schoten als kalorienarmes Gemüse nutzt, tut in jedem Fall seinem Körper viel Gutes. Chilis können roh und gekocht, getrocknet, eingelegt, gefüllt oder zu Gewürzpulver vermahlen benutzt werden.


Warnhinweise

Durch die Schärfe des Capsaicins können je nach individueller Empfindlichkeit Reizungen auftreten - sowohl Hautreizungen bei äußerlicher Anwendung als auch Schleimhautreizungen von Mund und Rachen oder Magen beim Essen. Wassertrinken hilft dann nicht, denn Chili ist nicht wasserlöslich. Besser hilft ein Milchprodukt oder eine andere fetthaltige Flüssigkeit oder Speise. Auch das Kauen von Brot kann den akuten Schärfereiz lindern.. Bei der Verarbeitung ist unbedingt Augenkontakt zu vermeiden. Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) weist auf die Möglichkeit allergischer Unverträglichkeiten hin. Kinder reagieren besonders empfindlich auf Schärfe und sollten stark mit Chili gewürzte Speisen eher meiden.


* Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gemachten Informationen wird keine Gewähr übernommen. Die hier vorgestellten Informationen stellen keine Form der Beratung dar. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.

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