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Adonisröschen - Adonis vernalis *

Allgemeines

Der botanische Name des Adoniskrauts lautet Adonisröschen beziehungsweise Adonis, die lateinische Bezeichnung Adonis vernalis. Die giftige Pflanze zählt zur Familie der Hahnenfußgewächse. Zu den bekanntesten Vertretern gehören das Frühlings-Adonisröschen und das Herbst-Adonisröschen. Im vorigen Jahrhundert wurden landläufig Synonyme wie Gelb Christwurzel, Falsche Nieswurz, Feuerröschen, Hühnerfrecker, Sternesche oder Doniröschen verwendet.


Vorkommen und Verbreitung von Adonisröschen

Ursprünglich stammt das Adonisröschen aus Sibirien und dem Altai-Gebirge. In Europa gedeiht es seit dem Ende der Eiszeit unter anderem in Eichen- und Kiefernwäldern sowie in naturbelassenen Trocken- und Halbtrockenregionen. Das immer stärkere Eingreifen durch Menschenhand in diese Gebiete rottete das Adoniskraut beinahe aus. Heute findet man es nur noch selten, in Deutschland sind wenige Lebensbereiche bekannt. Dazu zählen unter anderem die Garchinger Heide, das nördliche Harzvorland sowie der Südhang des Kyffhäusers. Die Pflanze bevorzugt kalkhaltige Böden.


Aussehen und Merkmale

Das Adonisröschen ist ein 10 bis 40 Zentimeter hohes Kraut, das zwischen April und Mai kräftig gelbe Blüten zeigt. Deren Durchmesser beträgt bis zu 7 Zentimeter, wobei sich die Blüte aus 5 ovalen, weich behaarten Kelchblättern, etwa 15 fein gezackten, keilförmigen Kronblättern sowie unzähligen Staubblättern zusammensetzt. Die Blüten richten sich nach dem Stand der Sonne aus. Aus den Fruchtknoten entwickeln sich später eiförmige, behaarte Früchte, die weiß behaarte Nüsschen enthalten. Der Stängel wächst aufrecht und verzweigt sich hin und wieder. Die grünen Laubblätter wirken filigran, sind rund um den Stängel angeordnet und mehrfach gefiedert. Der Wurzelstock ist weit verzweigt, schwarzbraun und kräftig.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendungshinweise

Das geruchlose Kraut schmeckt bitter und scharf. Es enthält herzwirksame Glykoside, zu denen unter anderem etwa 30 verschiedene Cardenolidglykoside zählen. Eine besondere Bedeutung für die alternative Therapie kommt dabei dem Adonitoxin und dem Cymarin zu. Der jeweilige Gehalt hängt von den Licht-, Wasser- und Nährstoffverhältnissen während der Wachstumszeit sowie von der Art der Trocknung und Lagerung ab. Erwähnenswert sind außerdem die Flavonoide Flavon-C-Glykosyl und Adonivernith.

Die Wirkstoffe des Adonisröschens steigern die Kontraktionsfähigkeit des Herzens, sie besitzen einen venenstärkenden Effekt. Gleichzeitig beseitigen sie innere Unruhe und Nervosität. In der traditionellen Anwendung setzt man das Adoniskraut unter anderem zur Behandlung der Wassersucht ein. Ansonsten findet es Anwendung bei nervösen Herzbeschwerden, leichter Herzleistungsschwäche und Asthma. Da die Einnahme des Heilkrauts einen Effekt auf die Ausschüttung der Schilddrüsenhormone zeigte, werden homöopathische Zubereitungen zur unterstützenden oder alleinigen Behandlung von Überfunktionen der Schilddrüse eingesetzt. Weiterhin kann das Kraut bei Menstruationsbeschwerden, Krämpfen und Fieber helfen.

Verarbeitung und Verwendung

Die Anwendung des Adoniskrauts erfolgt meist in der Kombination mit anderen Drogen, unter anderem in Verbindung mit dem Maiglöckchen, Auszügen des Oleanders oder der Meerzwiebel. Im Allgemeinen wird es zu einem Pulver zerstoßen, das zu Globoli, Tabletten oder Kapseln weiter verarbeitet wird. Auch in Tropfenform wird Adonis in der Apotheke angeboten. Wegen seiner möglichen Nebenwirkungen sollte die Tages-Höchstdosis nicht überschritten werden. Da der Anteil der Wirkstoffe stark variiert, ist es ratsam, auf pharmazeutische Präparate aus der Apotheke zurückzugreifen und die empfohlene Dosierung genau einzuhalten.

Anbau, Ernte und Sammelzeit

In der Natur darf das Adonisröschen hierzulande nicht gesammelt werden, da es zu den gefährdeten bis stark gefährdeten Pflanzen zählt und unter Naturschutz steht. Kultivierte Adonisröschen hingegen sind von dieser Vorschrift nicht betroffen, sie dürfen geerntet werden. Der Anbau erfolgt zumeist in Botanischen Gärten. In anderen Ländern, beispielsweise in Bulgarien und Ungarn, ist der Bestand nicht gefährdet, so dass das uneingeschränkte Sammeln erlaubt ist. Den größten Anteil an Adoniskraut, das für die alternative Therapie bestimmt ist, bezieht Deutschland aus dem Ausland. Die beste Sammelzeit liegt zwischen April und Juni.

Als Sammelgut werden die oberirdischen Pflanzenteile verwendet, die nach dem Sammeln getrocknet und teilweise geschnitten werden. Bei der Bearbeitung muss schnell und schonend vorgegangen werden, da wichtige Wirkstoffe ansonsten verloren gehen.

Warnhinweise

Bei der Anwendung von Adoniskraut muss auf die Einnahme weiterer herzwirksamer Glykoside verzichtet werden. Auch ein Kaliummangel schließt die Anwendung von Adonis aus. Werden gleichzeitig Chinidin, Calcium und Glukokortikoide eingenommen, verstärkt sich die Wirkung von Adonisröschen. Um Nebenwirkungen auszuschließen, sollte die maximale Tagesdosis bei Adonispulver 3 Gramm nicht überschreiten.


* Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gemachten Informationen wird keine Gewähr übernommen. Die hier vorgestellten Informationen stellen keine Form der Beratung dar. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.

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