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Nelken bzw. Gewürznelken - Caryophylli flos *

Allgemeines

Nelken - genauer gesagt: Gewürznelken - gehören zur Familie der Myrtengewächse. Ihr lateinischer Name lautet "Caryophylli flos". Die Stammpflanze - der Gewürznelkenbaum - trägt in der Wissenschaft den klangvollen Namen "Syzygium aromaticum". Der zweite Namensteil deutet schon auf den tatsächlich sehr aromatischen Geschmack dieses beliebten Gewürzes hin. Wegen ihrer Form werden Gewürznelken umgangssprachlich auch Nägeli oder Negelken genannt, denn auf einem kurzen Stiel sitzt ein Köpfchen, ähnlich wie bei einem kleinen Nagel. Mit der wohlbekannten Nelke, die wir als Blume schätzen, hat die Gewürznelke nicht viel zu tun. Allerdings leitet sich der Name der Blume von dem Gewürz ab, da beide einen ähnlichen Duft verströmen.


Vorkommen und Verbreitung

Die Heimat der Nelke sind die als Gewürzinseln bekannten Molukken, die zu Indonesien gehören. Der Gewürznelkenbaum wächst auch auf den Philippinen und auf den ostafrikanischen Inseln Madagaskar und Pemba. Der Baum bevorzugt die Meeresnähe, er benötigt eine hohe Luftfeuchte und Dauerwärme.


Aussehen und Merkmale

Der Gewürznelkenbaum kann bis zu 20 Meter hoch werden. Er trägt immergrüne, lederartig glänzende, ovale Blätter, die bis zu 15 Zentimeter lang werden können. Die Blüten des Baumes ordnen sich in Dolden an, sie blühen im September gelblich-weiß - wenn sie überhaupt zum Blühen kommen. Denn das, was wir als Gewürznelke kennen, sind getrocknete Knospen, die während des Trocknungsvorganges ihre typische braune Farbe erhalten. Sie riechen sehr aromatisch-würzig mit einer holzigen Note und entwickeln einen intensiven Geschmack.


Inhaltsstoffe & Wirkung

Was wir hauptsächlich als schmackhaftes Gewürz schätzen, besitzt auch eine immense Heilkraft. Daher wurde die Gewürznelke im Jahr 2010 zur "Heilpflanze des Jahres" gekürt.

Inhaltsstoffe & Wirkung der Nelken

Es sind ätherische Öle, die die gesundheitliche Wirkung der Nelke ausmachen. Sie sind bis zu 14 % in der getrockneten Knospe enthalten. Allen voran ist das Eugenol zu nennen, die Hauptkomponente bei der medizinischen Wirkkraft. Es macht bis zu 95 % des ätherischen Öls aus. Die zugeschriebenen Wirkungen reichen von schmerzstillend über desinfizierend, antibakteriell, antiviral und fungizid bis zu örtlich betäubend. Die Kommissionen E/ESCOP weisen dem aus Nelkenöl isolierten Eugenol anerkannte Arzneiwirkungen bei Erkrankungen der Mund- und Rachenschleimhaut (als desinfizierende Mundspülung, entzündungshemmende Eigenschaften), bei Zahnschmerzen (zur lokalen Betäubung, schmerzstillende Wirkung) und bei chronischen Analfissuren zu. Auch das HMPC hat Nelkenöl als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

In der Volksmedizin werden Nelken auch in verschiedenen Magenmitteln, in Kombination mit anderen Wirkstoffen, eingesetzt. Sie sollen appetitanregend, krampflösend und verdauungsfördernd wirken und gegen Blähungen oder Völlegefühl helfen. Die Aromatherapie nutzt Nelkenöl auch bei Schwächezuständen und zur Geburtshilfe. In der chinesischen und ayurvedischen Heilkunde hat die Gewürznelke bereits seit Jahrtausenden einen festen Platz gegen verschiedene Beschwerden.

Inzwischen hat sich auch die Wissenschaft der Heilpflanze angenommen, und einige Studien belegen die überdurchschnittliche antioxidative Wirkung und die Fähigkeit, freie Radikale effektiv zu bekämpfen. Auch eine gerinnungshemmende Wirkung wurde festgestellt (Studie der Miguel Hernandez Universität in Spanien, 2010). Darüber hinaus weisen erste Ergebnisse darauf hin, dass die Insulinausschüttung ebenfalls beeinflusst wird und Nelken in der Behandlung von Diabetes Typ 2 eingesetzt werden könnten (Studie 2005). Äußerlich wurde eine Wirkung bei bakteriell bedingter Akne festgestellt (Studie 2009).

Verarbeitung & Verwendung

Für die medizinische Verwendung wird in der Regel das Nelkenöl genutzt, das aus den Knospen herausgepresst oder per Wasserdestillation gewonnen wird. Es kann innerlich und äußerlich eingesetzt werden. Pulverisierte Gewürznelken werden auch in Kapseln angeboten. Die Packungsbeilage der verschiedenen Präparate erläutert die jeweilige Anwendungsart. Bei Entzündungen im Mundraum kann auch ein Tee aus Gewürznelke (zusammen mit Fenchelsamen und Anisfrüchten zu gleichen Teilen) gekocht und als Spülung verwendet werden. Bei Zahnschmerzen kommt die kleine Knospe direkt zum Einsatz, indem sie an den schmerzenden Zahn gelegt oder leicht zerbissen und dann praktisch "gelutscht" wird, bis der Schmerz nachlässt. Anschließend wird der Rest ausgespuckt.
Natürlich ist die Gewürznelke nicht zuletzt auch ein wunderbares Gewürz, das mit seinem unverwechselbaren Aroma in keinem Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen oder Spekulatius, Glühwein, Punsch oder Rotkohl fehlen darf. Auch andere Gemüsegerichte, Saucen, Marinaden, Suppen, Fleisch oder Kompott erhalten durch einen Hauch Nelke ein ganz besonderes Aroma. Die orientalische und chinesische Küche kommt ohne Nelken nicht aus. Wegen des dominierenden Geschmacks sollte allerdings vorsichtig dosiert werden.


Anbau & Ernte

Der Anbau der Gewürznelke erfolgt überwiegend in tropischem Seeklima, bevorzugt auf Inseln wie Java, Madagaskar, Sansibar, La Réunion, in der Karibik und natürlich in ihren Herkunftsländern wie Indonesien und Philippinen. Zwischen dem 6. und 60. Lebensjahr trägt der Baum Blütenknospen, die noch geschlossen gepflückt werden, sobald ihre Farbe sich von Grün zu Rot wandelt. Dann ist ihr Nähstoffgehalt am höchsten. Nachdem die Knospen kurz in heißes Wasser getaucht wurden, werden sie in der Sonne getrocknet. Ein Baum liefert zwischen 2 und 4 Kilogramm Nelkenknospen jährlich. Dieses Gewicht verringert sich bei Trocknen jedoch um ca. 75%.


Warnhinweise

Unverdünnt auf die Haut aufgetragenes Nelkenöl kann Reizungen verursachen. Das gilt vor allem auch für die Schleimhäute. Innerlich sollte Nelkenöl ausschließlich verdünnt benutzt werden. Wie jedes ätherische Öl kann auch Nelkenöl Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen. Daher sollte stets die Dosierungsempfehlung beachtet werden.
Während der Schwangerschaft darf Nelkenöl generell nicht angewendet werden, da es möglicherweise wehenauslösend wirken kann.
Ansonsten sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine Risiken und Nebenwirkungen bekannt.


* Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gemachten Informationen wird keine Gewähr übernommen. Die hier vorgestellten Informationen stellen keine Form der Beratung dar. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.

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